Fragen und Antworten zum Tablet-Projekt

Stand 6.5.2017

Haben Sie Fragen zum Einsatz von Tablet-PCs (kurz: Tablets) an unserer Schule, dann können Sie diese per e-mail (tablets@eichenschule.de) an uns stellen. Wir versuchen Ihre Fragen zeitnah hier zu beantworten. →  email 

Warum die 8. Klassen? (geändert 1.5.17)

Der 8. Jahrgang (2015/2016) ist der erste Jahrgang, der erst nach 9 Jahren Abitur macht. Dadurch gibt es Zeit, diese Umstellung durchzuführen. Das neue Kerncurriculum in Mathematik ermöglicht es, die persönliche Anschaffung eines grafikfähigen bzw. CAS-Rechners auf Klasse 8 zu verschieben und die Einführung in Klasse 7 durch andere organisatorische Maßnahmen vorzunehmen. Die Ausgaben für den persönlichen Taschenrechner (ca. 180 Euro) können nun entfallen und für die Anschaffung eines Tablets genutzt werden.

Würden Tablets in höheren Klassenstufen eingeführt, müssten die Tablets zusätzlich zum Taschenrechner angeschafft werden.

Ein Einsatz schon in den Klassenstufen 5, 6 oder 7 erscheint uns, zumindest zur Zeit, aus pädagogischen Gründen als zu früh, obgleich es auch hierfür Argumente und Studien gibt.

Warum gleich ein ganzer Jahrgang und nicht nur eine Pilotklasse?

An der Eichenschule wird die zweite Fremdsprache in Kursen angeboten, um möglichst viele Sprachenwünsche der Schüler*innen erfüllen zu können. Ferner gibt es in den Jahrgängen 8 bis 10 Wahlpflichtkurse. In beiden Fällen werden Schüler*innen aus unterschiedlichen Klassen in einer Lerngruppe neu zusammenkommen. Da sich in beiden Angeboten der Einsatz von Tablets anbietet, müssen alle Kinder in den zusammengesetzten Lerngruppen die gleichen Bedingungen haben, d. h. jede*r in der Lerngruppe sollte ein Tablet haben und damit vertraut sein. Ferner würden sich in der Oberstufe Probleme ergeben, da dann in den Kursen Schüler*innen mit und ohne Tablet zusammen kommen würden.

Warum ein iPad?

Für die gestellten Anforderungen (siehe Projektbegründung: kompetenter Umgang mit digitalen Medien und Werkzeugen) wird ein Gerät benötigt, das mobil und leicht ist, damit man das Werkzeug da hat, wo man lernt und nicht zum Lernen zum Werkzeug gehen muss. Bleiben also Notebook, Tablet-PC und Smartphone als mögliche Hardware.

Der Bildschirm sollte so groß sein, dass auch ganze DIN A4 Seiten noch lesbar sind. So können auch z. B. Arbeitsblätter mit Text und Bild oder Mindmaps übersichtlich erstellt werden. Dies spricht, neben noch anderen Gründen, gegen ein Smartphone.

Damit dieser digitale Lernbegleiter mindestens fünf Jahre zuverlässig funktioniert, die täglichen Transporte in der Schultasche verträgt sowie auch noch nach Jahren eine ausreichende Akkuleistung hat, entfallen Geräte von Consumerbaureihen. Damit das Gerät schnell einsatzbereit ist, muss es als Speichermedium eine SSD und einen leistungsfähigen Prozessor haben. Notebooks, die diese Anforderungen erfüllen (Ultrabooks aus dem Businessbereich), verursachen hohe Anschaffungskosten. Damit bleiben nur noch Tablets guter Qualität als mögliche Arbeitsgeräte. Bei dieser Geräteklasse ist es zudem besonders einfach, Medien unterschiedlicher Art (Bild, Video und Audio) zu erstellen.

Ein Surface 3 Pro entfällt wegen seines hohen Preises. iPads und hochwertige Android-Tablets, wie ein Samsung Galaxy Pro, sind teurer als Geräte aus Consumerbaureihen und unterscheiden sich untereinander nicht mehr sehr im Preis. Da Lehrkräfte in mehreren Jahrgangsstufen unterrichten, sollte sichergestellt sein, dass Tablets der letzten vier bis fünf Jahre mit der gleichen Version des Betriebssystems betrieben werden können, damit Lehrkräfte und Schüler/innen in unterschiedlichen Jahrgängen die gleichen Oberflächen und Funktionen haben. Dies ist bei Androidgeräten, zumindest bis jetzt, nicht gegeben, bei iPads schon.

Daher sind wir der Meinung, dass ein iPad den Anforderung, die wir stellen, am besten entspricht und nicht weil es Gerät von Apple ist (Statussymbol, etc.).

Wer es noch genauer wissen möchte:

Die oben beschriebenen Überlegungen mögen auch der Grund sein, weshalb fast alle dokumentierten Versuche mit Tablets im Unterricht sich auf iPads beziehen. So wird in Deutschland an etwa Dreiviertel der Schulen, die intensiver ein Tablet im Unterricht einsetzen, ein iPad genommen, das restliche Viertel teilen sich Windows, Android und und andere Systeme. Damit gibt es einen großen Erfahrungsschatz, auf den wir zurückgreifen können. In dem Buch "Mobiles Lernen in der Schule" von Frank Thissen (2015), das zur Zeit als eine Art Standardwerk zum Thema Mobiles Lernen gilt, wird nur eine Studie dargestellt, in der Tablets mit dem Betriebssystem Android verwendet werden. Am Ende dieser Studie wird von der Verwendung von Androidgeräten wegen technischer Probleme im Schulbetrieb abgeraten. www.frank-thissen.de 

Ein wichtiger Punkt im Schulalltag ist ein stabiles Funktionieren der Technik. Der Vorteil von iPads ist, dass das Betriebssystem iOS gegenüber anderen Programmen (Apps) abgeschlossen ist und somit deutlich schlechter von Schadsoftware manipuliert werden kann. Dadurch kann eine App auch nicht das Betriebssystem iOS oder andere Apps beschädigen, da die Kommunikation mit anderen Apps, im Gegensatz zu Android, nur unter der Kontrolle des Betriebssystems möglich ist. So sind bisher kaum/keine Probleme mit Viren oder Trojanern bekannt. Ferner behält Apple die Kontrolle über seine Hardware und die dafür angebotene Software, um einen möglichst stabilen und geschmeidigen Einsatz zu gewährleisten und damit den Verkauf ihrer Geräte zu verbessern. Denn Apple lebt vom Verkauf der Hardware. Android ist ein offenes Betriebssystem von Google, das andere "einlädt" es auf unterschiedlicher Hardware zu betreiben, Programme zu erstellen und anzubieten. Eine vergleichbare Kontrolle der Apps oder Stabilität ist damit nicht gegeben. Zudem modifiziert jeder Anbieter von Tablets (Samsung, ASUS, Sony, Toshiba, etc.) seine Androidversion für ihre jeweilige Hardware, so dass es sein kann, dass Apps auf der Androidversion des einen Herstellers laufen und auf der Version eines anderen jedoch nicht so gut. Das Android-Grundsystem muss daher so gestaltet werden, dass es auf möglichst viel unterschiedlicher Hardware läuft (nur größter gemeinsamer Nenner). Bei Apple muss das Betriebssystem auf wenig Hardware möglichst gut laufen. Dafür hat man dann keine so große Auswahl bei der Hardware.

Günstige Geräte aus Großmärkten werden oft nicht in benötigter Stückzahl angeboten und ein Nachkaufen des gleichen Geräts zu einem späteren Zeitpunkt ist so gut wie angeschlossen. Ferner haben diese Geräte sehr oft schlechtere Akkus, die nach einiger Zeit für die Schule eine zu kurze Laufzeit haben. Die schon oben angesprochenen androidtypischen Probleme kommen noch verstärkt hinzu. Da es sich bei Tablets im Unterricht um Arbeitsgeräte handelt, die möglichst zuverlässig, täglich und über mehrere Jahre die Kinder begleiten sollen, werden andere Anforderungen gestellt als an ein reines Consumerprodukt für den Hausgebrauch. Dies ist vergleichbar mit Notebooks oder Stand-PCs. Große Markenherteller, wie Dell, HP, usw., haben mindestens zwei Produktlinien (Consumergeräte und Businessgeräte), die sich auch bei vergleichbaren Leistungsdaten im Preis doch deutlich unterscheiden. Dieser Preisunterschied beruht u.a. auf der Qualität der verwendeten Bauteile, dem Aufwand an Kontrolle bei der Produktion und der garantierten Supportdauer. Das heißt nicht, dass jedes Consumergerät schlechter laufen muss als ein Businessgerät, aber die Ausfallrate bei 100 Geräten nach 2 bis 3 Jahren ist bei Consumergeräten höher. Aus diesem Grunde kaufen auch IT-Abteilungen von Unternehmen ihre Geräte nicht bei Großmärkten, auch wenn dort die Geräte auf den ersten Blick günstiger sind. Dies ist auch bei Tablets zu beobachten. So gibt auch das Surface und das Galaxy Tab als normale und als Pro Version mit unterschiedlichen Preisen, die sich dann nicht mehr so sehr von iPadpreisen unterscheiden.

Für das Gelingen des Tableteinsatzes ist ein stabiles Funktionieren im Unterrichtsalltag eine grundlegende Voraussetzung. Dies wird immer wieder betont und ist auch die Erfahrung im Haus mit PC-Systemen. Daher erscheint uns aus den genannten Gründen ein iPad als die beste Geräteplattform für unser Vorhaben.

Ich habe schon ein Tablet. Kann ich mein vorhandenes Tablet benutzen? (geändert 26.7.2016)

Erfahrungen anderer Schulen zeigen klar, dass alle in der Klasse bzw. des Jahrgangs das gleiche Gerät haben sollten. Andernfalls gibt es leicht Kompabilitätsprobleme bei Software, die den Unterrichtsfluss deutlich behindern. Sozialneid bzw. iPad-Version als Statussymbol in der Lerngruppe wurden ebenfalls häufiger beobachtet.

Daher die klare Empfehlung von anderen Schulen, die Erfahrungen mit Tablets im Unterricht haben: Alle haben das gleiche Gerät und die gleichen Bedingungen.

Apple bietet für neue Geräte ein Programm zur Vereinfachung der Geräteregistrierung (Device Enrollment Program, DEP) an. DEP vereinfacht die Erstkonfiguration durch die Automatisierung der MDM-Registrierung (Mobile Device Management) und durch die Betreuung der Geräte während der Konfiguration. Man ist so in der Lage, die Geräte zu konfigurieren, ohne sie dazu in die Hand nehmen zu müssen. Durch eine Vorkonfiguration könnten sich die Geräte beim ersten Einschalten mit dem voreingestellten WLAN verbinden und sich die zugeordneten Profile und Apps vom MDM-System (Mobile Device Management) herunterladen. Da unser Internetzugang über IServ geregelt wird, werden wir die Verbindung mit dem WLAN und dem Internet per Hand mit den IServ-Benutzerdaten herstellen. Dies geht aber nur mit neuen Geräten, da sie vor Auslieferung an den Benutzer bei Apple für DEP registriert werden müssen. Wir werden auf einen Schlag etwa 135 iPads (2015/2016) in Betrieb nehmen. Um die gleiche Verbindlichkeit bei Profilen auf allen Geräten zu erhalten, müssen alle Gräte im DEP erfasst sein.

Ferner gibt es ein Programm, um Volumenlizenzen (VPP) zu verwenden. Damit können zentral Lizenzen gekauft und auf die Geräte verteilt werden. Werden die Lizenzen nicht mehr auf einem Gerät benötigt, können sie auf einem anderen Gerät installiert werden. Werden z. B. einmal Schulbücher auf iPads verwendet, können sie von Jahrgang zu Jahrgang weitergegeben werden und müssen nicht von jedem Elternteil neu gekauft werden.
Da Geräte und Benutzer auf den Geräten mit einer MDM Lösung verwaltet werden, braucht der einzelne Schüler bzw. die einzelne Schülerin keine eigene Apple-ID. Wenn Sie selber Apps für den privaten Gebrauch aufspielen wollen, brauchen Sie eine eigene Apple-ID. Es sind auch Familien-Apple-IDs möglich, bei denen vor Installation der Apps durch die Kinder die Eltern zustimmen müssen.

Was kostet das? (geändert 6.5.2017)

Da der Freundeskreis und die Sparkasse Scheeßel sich großzügig an einer sozialen Förderung beim Tablet-Projekt beteiligen, kann dieses Finanzierungsmodell angeboten werden.

Kauf bzw. Ratenkauf der Tablets bei einem großen Anbieter und Engagement des Freundeskreises bei sozialen Härtefällen

Bei einem großen zertifizierten Anbieter von Apple-Produkten, der auch die Geräte in das Apple Device Enrollment Program (DEP) übernehmen kann, werden die Geräte gekauft. Hier ist Einmalzahlung oder eine Finanzierung über 12, 24 bzw. 36 Monate möglich.
Eine Institutionsversicherung ermöglicht die Versicherung von Schülergeräten für einen Jahresbetrag von ca. 12 Euro bzw. 14,00 Euro, je nach Wert des Gerätes.
Hinzukommen noch die Ausgaben für eine Schutzhülle, kostenpflichtige Apps und 8 US-Dollar pro Jahr Verwaltungspauschale für die Verwaltungssoftware (MDM).

Beispiele für eine Laufzeit von 5 Jahren (Werte ungefähr, Stand Mai 2017)
Bei der Wahl eines iPad mit 32 GB nur mit Wifi belaufen sich dann die Kosten inklusive der oben genannten Kosten auf ca. 510 Euro mit einem reinen Gerätepreis von 359 Euro, der Rest entfällt auf 5 Jahre Versicherung, Gebühren für das MDM-System, kostenpflichtige Apps und eine einfache Hülle. (Wegen Einsparungen bei anderen Ausgaben betragen die zusätzliche Mehrkosten aber weniger.)
Bei der iPad mit 128 GB und nur Wifi belaufen sich dann die Kosten inklusive der oben genannten Kosten auf ca. 620 Euro mit einem reinen Gerätepreis von 449 Euro der Rest entfällt auf 5 Jahre Versicherung, Gebühren für das MDM-System, kostenpflichtige Apps und eine einfache Hülle. (Wegen Einsparungen bei anderen Ausgaben betragen die zusätzliche Mehrkosten aber weniger.)

Einsparungen entstehen dadurch, dass bei Einführung der Tablets die Ausgaben für den Taschenrechner und einige Wörterbücher, etc. entfallen können.

 

Eine gute Übersicht über Apps für die Schule mit Kosten findet man bei www.ipadatschool.de.

Gibt es einen Sozialfond für Bedürftige? (geändert 2.2.16)

Der Freundeskreis hat sich bereit erklärt, Gelder für einen Sozialfond bereit zu stellen. 

Mobiles Lernen gGmbH stellt einen Sozialfond bereit. Durch diesen Fond ist es möglich, dass acht Prozent (bis zu 10 %) der Leasingverträge mit 50 % der Leasingrate gefördert werden können. Hierzu stellen die Eltern einen Antrag an Mobiles Lernen, so dass die Teilnahme an dem Sozialfond der Schule oder anderen Eltern nicht bekannt wird. Mobiles Lernen vergibt dann die Fördermittel nach Bedürftigkeit. Sollten mehr begründete Anträge eingehen, wird das Fördervolumen entsprechend der Bedürftigkeit aufgeteilt. Unstrittige Fördergründe sind Sozialhilfebezug oder mehr als zwei Kinder im Tabletprojekt. Es können aber auch weitere Gründe, wie zwei Kinder im Tabletprojekt, angegeben werden. Antrag auf Förderung

Gibt es finanzielle Unterstützung (im Allgemeinen und im individuellen Fall) durch den Landkreis?

Der Landkreis wird allgemein den Schule einen Zuschuss für die Durchführung geben. Mit einer individuellen Förderung ist nicht zu rechnen.

Muss ich die Versicherung zwingend mit abschließen?

Hier wurde uns von Schulen, die schon Erfahrung mit Tablets im Unterricht haben, dringend geraten, keine Geräte ohne Versicherung zuzulassen. Auch wenn keine Absicht bei einem Schaden vorliegt, bleibt die Schadensregulierung für die Eltern untereinander unangenehm und konfliktträchtig. 

Welche Vorkehrungen gibt es im Hinblick auf mögliche Tablet-Diebstähle?

Die Tablets verbleiben in den Pausen im Klassenraum, der abgeschlossen wird. Findet nach einer großen Pause ein Raumwechsel statt, soll durch einen Tablet-Dienst eine Aufsicht für die Schultaschen gestellt werden. Sollte es dennoch zu einem Diebstahl kommen, greift die Versicherung (siehe oben). Da die Geräte zentral verwaltet werden, kann im Falle eines Verlustes das Gerät gesperrt und/oder komplett gelöscht werden. Das Gerät wird dadurch für einen möglichen Dieb wertlos.

Kann die Anschaffung und Nutzung eines Tablets verweigert werden?

Der Einsatz dieses Unterrichtsmittels ergibt nur Sinn, wenn, wie bei dem jetzigen Taschenrechner, alle Schülerinnen und Schüler einer Lerngruppe dieses haben. 

Welcher Schutz der Geräte ist vorgesehen?

Die Tablets erhalten zwingend eine Hülle. Eine Schutzfolie für das Display ist sicher eine gute Ergänzung, die Notwendigkeit hängt aber mit der gewählten Schutzhülle zusammen (mit oder ohne Klappe für das Display). Hier werden wir Angebote des Lieferanten abwarten.

Brauche ich immer noch Bücher?

Die Schulbuchverlage veröffentlichen sukzessive ihre Bücher mit gleichzeitiger digitaler Version, die im Kaufpreis integriert ist. Somit wird sich mittelfristig die Zahl der mitzubringenden Bücher vermindern. Ob auf Bücher ganz verzichtet werden kann, bleibt abzuwarten.

Wird der Unterricht nur noch auf Tablets stattfinden? Wie ist der Umfang des Einsatzes? Muss jede Lehrkraft jetzt im Unterricht das Tablet verwenden?

Natürlich nicht. Den Umfang bestimmt die jeweilige Lehrkraft nach pädagogischen sowie fachlichen Gesichtspunkten. Vielfältige Anwendungsmöglichkeiten gibt es in allen Fächern. Gerade im Sinne der Verbesserung der Medienkompetenz ist ein vielfältiger Medieneinsatz von Tablet und Buch, etc. wünschenswert.

Schreiben die Schüler/innen dann immer noch genug?

In den fremdsprachlichen Fächern sieht eine häufige Schreibaufgabe so aus, dass die Schülerinnen und Schüler eine E-mail oder einen Blog-Eintrag verfassen müssen.  Hier wäre der Einsatz und das Arbeiten mit dem Tablet authentisch und wünschenswert. Andere Aufgabenformate, wie das Schreiben eines Briefes oder einer Postkarte, werden dagegen per Hand geschrieben und haben ebenfalls im Unterricht ihre Berechtigung.

Ändert sich etwas im Format der Klassenarbeiten?

Die Arbeit mit dem Tablet dient zunächst der Vorbereitung von Klassenarbeiten, die weiterhin auf Papier geschrieben werden. Das Tablet kann aber als Hilfsmittel (Taschenrechner, Wörterbuch) verwendet werden.

Sollen digital erstellte Hausaufgaben an den Lehrer verschickt werden?

Nach Absprache innerhalb der Lerngruppe ist dies durchaus möglich.

Kann ich das Gerät auch privat zu Hause nutzen?

Es ist in erster Linie ein Arbeitsgerät für die Schule, das morgens ausreichend geladen mitzubringen ist. Darüber hinaus kann es privat genutzt werden, solange der schulische Einsatz nicht beeinträchtigt wird (z. B. freier Speicherplatz).

Wie werden die Geräte administriert? (geändert 26.7.2016)

Bei der großen Anzahl von Geräten kann dies nur über eine professionelle Managementlösung erfolgen (Mobile Device Management, MDM). Schon vor Auslieferung der Geräte an die Schüler*innen werden die Geräte bei der MDM-Lösung registriert und so bei Ausgabe mit Software und notwendigen Lizenzen ausgestattet.

Damit die zukünftige Verwaltung und Versorgung der Tablets mit Updates und Software möglich ist und für die Verwendung von Steuerungssoftware im Unterricht und in Prüfungssituationen, müssen sie in den "supervised mode" gesetzt werden. Die Geräte holen sich dann bei Verbindung mit dem Internet Software und Einstellungen, die für das jeweilige Gerät vorgesehen sind. Über Profile können die Geräte jahrgangsweise so eingestellt werden, wie es am sinnvollsten ist. Evtl. Absprachen könnten zwischen den Elternvertretern eines Jahrgangs und den betreuenden Lehrkräften bzw. der Schulleitung erfolgen. Durch die Verwendung einer eigenen privaten Apple-ID ist es zusätzlich möglich, selbstständig Apps auf dem Gerät zu installieren. In welchem Maße dies geschieht liegt damit in der Hand der Eltern. Ferner ist es auch nur so möglich das Gerät bei Klassenarbeiten als Ersatz für den Taschenrechner oder ein Wörterbuch zu verwenden.

Wie wird verhindert, dass die Schüler im Unterricht unbemerkt im Internet surfen oder Facebook oder Whatsapp nutzen? (geändert 1.5.2017)

Die Lehrkraft kann die zu benutzenden Programme temporär einschränken, Internet freigeben oder sperren und selbstverständlich den Unterricht ohne Tablet erteilen. Dadurch, dass die Geräte flach sind und kein hochstehendes Display wie Notebooks haben, kann auch leichter gesehen werden, ob jemand sein Tablet aktiv hat. Liegen sie auf dem Tisch mit Klappe auf dem Display, ist schnell zu sehen, dass kein Gerät in Aktion ist. Die kleinen Smartphones sind demgegenüber schwieriger zu kontrollieren. Ferner kann z. B. durch Steuerungssoftware durch die Lehrkräfte oder über eine White-List in einem MDM-Profil festgelegt werden, welche Apps während der Unterrichtszeit zur Verfügung stehen.

Welche Verhaltensregeln gibt es in den Pausen? Gefahr des Mitschnittes im Unterricht?

Während der Pausen bleiben die Tablets im Klassenraum, der abgeschlossen wird. Bei einem Fachraumwechsel verbleiben die Geräte in den Schultaschen. Durch einen "Tablet-Dienst", vergleichbar dem Ordnungsdienst, wird eine Aufsicht gestellt, die die im Flur liegenden Taschen beaufsichtigt. Die Pausen bleiben also "tabletfrei".

Wie vertragen sich Inklusion und Tablet-PCs?

Die multimedialen Eigenschaften der Tablets bieten vielfältige Möglichkeiten, um individuelle Förderung besser zu ermöglichen. So kann durch die guten Vergrößerungsmöglichkeiten der Tablets eine Sehschwäche kompensiert werden. Ferner kann durch die Tonwiedergabe in eigener Lautstärke eine Hör- und/oder Sehschwäche aufgefangen werden.

Gibt es eine Schulung für die Lehrkräfte?

Auf der SchiLF im September soll intensiv an diesem Thema, auch mit praktischen Phasen, gearbeitet werden. Bei einem positiven Votum der Gesamtkonferenz im Oktober werden regelmäßig fachbezogene Fortbildungen besucht.

Für einige Familien ohne Tablets bedeutet die Anschaffung eines solchen Gerätes einen erheblichen Eingriff in den familiären Alltag. Ist sich „die Schule“ dessen bewusst? (geändert 1.5.2017)

Durch die zentrale Verwaltung der Geräte kann diese Umstellung abgefedert werden. Auf Wunsch kann bei einer Gruppe von iPads das private Installieren von Apps durch ein entsprechendes Profil unterbunden werden. Ferner können auf Wunsch auch Listen mit erlaubten Apps, wie sie während der Unterrichtszeit aktiv sind, auch außerhalb der Unterrichts aktiv bleiben.

Auf den heimischen Routern (Geräte, die den Internetzugang ermöglichen) wie der Fritzbox kann eingestellt werden, welches Gerät in welchem Zeitraum Zugang zum Internet erhält. Ferner kann zusätzlich festgelegt werden, ob der Zugang durch einen Filter kontrolliert werden soll. Der Zugang kann sogar auf eine Liste von einzelnen Internetseiten begrenzt werden. Fast alle Apps auf dem Tablet können auch ganz ohne Internetzugang genutzt werden.

Wie wird mit den Bedenken in Bezug auf die Strahlung umgegangen?

Die Aussagen zu diesem Thema sind nicht eindeutig. Die Sendeleistung ist jedoch deutlich geringer als bei Handys oder schnurlosen Telefonen. Je nach Informationsquelle beträgt die WLAN-Strahlung nur ein Zehntel bis ein Hundertstel der eines Handys. Hinzu kommt noch, dass Handys dicht am Körper getragen werden, während die WLAN-Accesspoints mehrere Meter entfernt sind.

Die Funkmodule im Tablet sind zudem abschaltbar, die WLAN-Accesspoints schalten sich automatisch bei Nichtbenutzung ab, bzw. gehen in den Stand-by-Modus, was die Belastung nochmals deutlich verringert.

Wie gehen wir mit der Medienkritik um? Hinterfragen wir diese neue Technologie auch ausreichend?

Die Schule bietet die idealen Rahmenbedingungen, um einen kritischen und kompetenten Umgang mit neuen Medien zu erlernen. (siehe Absatz Medienkompetenz in der Projektbegründung)

Zusätzlich wird das Thema zunehmend auch Unterrichtsgegenstand. So ist z. B. im Deutschunterricht der Oberstufe ein halbes Jahr Medienkritik vorgesehen.

Weiterführende Links

 

tablets.schule, Andreas Hofmann ist einer der Betreiber dieser Portalseite.

Frank Thissen: Mobiles-lernen-in-der-schule