Der Jungforschenden Congress und Role2Role 


Ein Bericht von Nina Busch (Jahrgang 12) – Meine Osterferien 2026

Ich hab früher immer das Gefühl gehabt, dass ich keine Ahnung habe, wie meine berufliche Zukunft aussehen soll. Mich interessierte der MINT-Bereich, besonders die Biologie, aber mir fehlte immer der richtige Anschluss.  

Ich bin Nina und gehe in die 12. Klasse. Dieses Jahr habe ich meine Osterferien genutzt, um mich mehr mit dem MINT-Bereich auseinander zu setzen. Herr Porthmann, mein Chemie-Lehrer, hat am Anfang des Jahres, von zwei Projekten erzählt, die mir einen Einstieg in diesen Bereich ermöglichten. Die Möglichkeiten zum einen durch den Congress eine Einsicht in den beruflichen Alltag an den Forschungsinstituten zu erlangen und zum anderen durch Role2Role ausschließlich mit Frauen und Mädchen in Kontakt zu kommen und selbst im Labor tätig zu werden, waren letztlich ausschlaggebend, mich bei beiden Projekten zu bewerben. 

Der Jungforschenden Congress 2026 

Der Jungforschenden Congress, der vom Deutschen Jungforschenden Netzwerk ausgerichtet wird, fand dieses Jahr in Dresden statt und ging fünf Tage lang, von Mittwoch bis Sonntag. Es haben ungefähr 125 junge Menschen zwischen 16 bis 35 Jahren teilgenommen. Somit war ich mit 18 Jahren eher einer der Jüngeren, was aber kein Problem darstellte, da alle sehr zuvorkommend und freundlich waren und die Stimmung insgesamt sehr herzlich war. Für die Teilnahme musste man rund 150 € bezahlen, wobei die Unterkunft, das Frühstück und das Abendessen inklusive waren. Jeden Tag gab es unterschiedliche Programmpunkte, die man im Voraus auswählen musste, dabei wurde der physikalische, aber auch biologische, technische oder chemische Bereich abgedeckt. 

Ich konnte einen Einblick in die Arbeit am Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik, in das Institut für Troposphärenforschung, in das Institut für Biomassenforschung, in die Arbeit im Labor für Sternenstaub und in das Institut für regenerative Therapie erlangen. 

Bei den einzelnen Programmpunkten wurde grundsätzlich die Arbeit am Institut vorgestellt, ihr Arbeitsalltag und Abläufe in der Forschung erklärt. Diese Besichtigungen wurden auf drei Tage aufgeteilt, wodurch das Programm sehr durchgetaktet war. Durch die Möglichkeiten, interessante Forschungsobjekte zu sehen und zu berühren, wie eine Probe von dem Mond, die auf Sternenstaub untersucht wurde, hat es sich trotzdem gelohnt. Am Samstag haben Professoren für 45 Minuten Vorträge gehalten, bei denen man zuhören konnte. Diese Vorträge reichten thematisch vom „Computing and Communication for Robotics“ über „#hackallthethings – Die Digitalisierung der Wissenschaft und warum man mitmachen muss“ bis hin zu „Moderne Ansätze für Cold Cases“. Außerdem konnten auch Teilnehmer einen Vortrag halten. Beispielsweise habe ich über den Einfluss von Testosteron auf das Nervensystem berichtet. Zum Schluss des Tages war noch eine Abschlussfeier und am nächsten Tag konnte man an einem kulturellen Programm teilnehmen und abreisen.  

Role2Role 

Role2Role ist ein Programm der Technischen Universität Braunschweig, dass durch Studierende ins Leben gerufen wurde. Hierbei geht es spezifisch darum, Mädchen in der 

Forschung in MINT-Bereichen zu fördern, indem sie einen Einblick in die Batterieforschung bekommen, ohne etwas dafür bezahlen zu müssen. Es wurden 20 Mädchen aus der 11. bis 12. Klasse angenommen. Also waren hier alle relativ gleich alt. Dadurch wurde direkt eine viel verbundenere Atmosphäre erzeugt.  

Das Programm bestand aus wöchentlichen Videokonferenzen, die immer am Donnerstag stattfanden und dazu dienten, allen das nötige Wissen zu vermitteln. Da die Videokonferenzen nur anderthalb Stunden lang waren, war es kein großer Aufwand an ihnen teilzunehmen, wobei das Highlight des Projektes erst zum Schluss kam. 

Ein Präsenzcamp in Braunschweig für vier Tage. Hierbei konnte man die Stadt vom Rathausturm besichtigen, eigene Experimente unter Aufsicht zur Batterieforschung durchführen oder mit anderen Frauen aus dem Bereich in Kontakt treten. Beispielsweise habe ich eine eigene Knopfbatterie gebaut oder konnte an einer Glovebox arbeiten. Die Abende haben mir am Meisten gefallen, da wir uns gemeinsam über Erfahrungen austauschen konnten, was im Präsenzcamp eindeutig besser möglich war als bei den Videokonferenzen, oder erfahrenere Frauen aus dem Feld Fragen stellen konnten. 

Mein Fazit 

Mein Fazit aus diesen Erfahrungen ist es, sich nicht vor Veränderungen oder neuen Erfahrungen zu scheuen. Ich habe nette neue Menschen kennengelernt und konnte mich mit Anderen aus dem naturwissenschaftlichen Bereich austauschen. Die Erfahrungen, die ich machen konnte, waren sehr wertvoll. Selbst wenn ich dafür einen Teil meiner Ferien „geopfert“ habe, haben sie mir viel für meine berufliche Zukunft gebracht, indem ich aus meiner Vorstellung von Berufen herauskommen konnte und die realistische Alltagsgestaltung im Labor und bei der Forschung kennengelernt habe. Außerdem hat mich die Erfahrung weiter in meiner Selbstständigkeit, aber auch in der Verbundenheit zu anderen Frauen gestärkt.  

Somit kann ich schlussendlich kein Projekt mehr empfehlen als das Andere. Wenn du dich also für den MINT-Bereich interessierst und nicht weißt wie deine Zukunft aussehen kann oder wo du anfangen sollst, dann bewerbe dich beim Jungforschenden Congress und bei den Projekt Role2Role. Beide ermöglichen viele Eindrücke und wertvolle Erfahrungen. 

Mehr Infos unter:

https://www.juforum.de

https://www.tu-braunschweig.de/ifdn/physik/projekte/role2role