Mein Weg zum Bundeswettbewerb



Und auf einmal applaudiert man nicht mehr für jemand anderen als Landessieger, wie die Jahre zuvor, sondern steht selbst auf der Bühne und realisiert langsam, aber sicher, dass man nun als 1. Landessiegerin Niedersachsens am Bundeswettbewerb teilnehmen darf. So ging es mir dieses Jahr in meinem vierten Jugend debattiert-Jahr.
Nach dem Landeswettbewerb erhielt ich die Einladung zum Landessiegerseminar. Daher hieß es für mich im Mai als Vorbereitung auf den Bundeswettbewerb: Sachen packen und für fünf Tage auf die Burg Rothenfels nahe Würzburg fahren.
Das Landessiegerseminar beinhaltet – ähnlich wie das Seminar auf Landesebene – verschiedenste Rhetorikschulungseinheiten, die von professionellen Trainern vermittelt werden. Anders als auf den anderen Ebenen liegt dabei der Fokus jedoch weniger auf der grundlegenden Struktur einer Debatte, sondern vielmehr auf den rhetorischen Mitteln, die man sich nicht nur bei Jugend debattiert, sondern auch darüber hinaus im Alltag zunutze machen kann. Thematisiert werden die Rhetoriktheorien nach Aristoteles, die Macht der eigenen Stimmflexibilität und natürlich auch die Wirkung eines Arguments. Doch neben den intensiven Schulungstagen sollte das Seminar auch die jeweils 32 besten Debattantinnen und Debattanten aus ganz Deutschland in beiden Altersgruppen zusammenbringen, sodass neue Freundschaften entstehen konnten und gemeinsam die Vorfreude auf den Bundeswettbewerb, auf den man sich mit spielerischen Übungen und einem Debattenmarathon vorbereitete, geschürt wurde.
Denn dieser ließ nicht lange auf sich warten: Vom 11.06. bis 13.06. war es so weit. Die Bundesfinaltage standen an. Dafür fuhr ich, Christin Berger, in Begleitung von Herrn Matthies nach Berlin in ein Hotel, in dem der gesamte Wettbewerb stattfinden sollte.
Am Donnerstag hieß es erst einmal ankommen, die Nervosität verstecken und freudig alle Freunde vom Landessiegerseminar wiederzutreffen. Danach folgte die offizielle Eröffnung, und schon wurden die Positionen und Streitfragen bekannt gegeben. Ab diesem Zeitpunkt waren die meisten in ihrem Tunnel. Jede und jeder bereitete sich in der eigenen Debattengruppe vor dem Schlafengehen noch einmal vor, und ehe man sich versah, war auch schon Freitagmorgen. Die ersten Debatten starteten. Die Zeit verging wie im Flug, und so war auch bald die Rückrunde nach dem Mittagessen geschafft. Nun hieß es gespannt warten, wie die Platzierungen ausfallen würden.
Am Abend wurden die Finalistinnen und Finalisten bekannt gegeben. Man merkte, wie die Spannung abfiel, denn genau dies war der Moment, in dem für 28 Schülerinnen und Schüler jeder Altersgruppe eine fast sechsmonatige aufregende, anstrengende und zugleich wunderschöne Reise zu Ende ging. Wer einmal im Bundeswettbewerb debattieren durfte, kann in derselben Altersstufe nicht noch einmal am Wettbewerb teilnehmen.
So blicke ich auf eine Bundesqualifikation zurück, die kein besseres Ende meiner Jugend debattiert-Zeit hätte sein können. Mit so viel Freude, so vielen wundervollen Erlebnissen und all den Menschen, die mir auf meiner vierjährigen Reise seit der 9. Klasse auf dem Weg nach Berlin begegnet sind, dort im Herzen Berlins debattieren zu dürfen, war ein großer Traum, der in Erfüllung gegangen ist. Genau das wird mir in Erinnerung bleiben.
Doch nicht zu vergessen ist das wahre Highlight der Tage in Berlin: das Bundesfinale, bei dem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier anlässlich des 25-jährigen Jubiläums eine Ansprache hielt. Natürlich standen dennoch die überaus interessanten und qualitativ hochwertigen Finaldebatten im Vordergrund.
So kam anschließend mit einem gemeinsamen Empfang nicht nur der Bundeswettbewerb, sondern die gesamte Jugend debattiert-Saison 2026 zu einem gelungenen Abschluss.








